Drucksache 17/7627 — Antwort der Landesregierung auf KA 2946 (Drs. 17/7328)

Titel: Antwort auf „Omegawetterlage über Deutschland – Bedeutet der Hochsommer das Ende der Windenergie?” Datum: 10.10.2019 (ausgegeben 16.10.2019) Beantwortet von: Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (Wirtschaft, FDP) im Einvernehmen mit Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung


Kernantworten

Fragen 1+2: WEA-Zubau NRW 2014–2018

684 neue WEA in NRW installiert. Detaillierte Monatstabelle (Quellbehörde: LANUV NRW, Stand 16.09.2019):

ZeitraumNettozubau AnlagenGesamtleistung (kumuliert)
2014 gesamt+773.720 MW
2015 gesamt+1224.075 MW
2016 gesamt+1854.617 MW
2017 gesamt+2555.445 MW
2018 (Jan–Dez)+995.789 MW
Summe 2014–2018684+2.313 MW

Ausgangspunkt Jan 2014: ca. 2.922 Anlagen / 3.483 MW

Frage 3: Ausbau-Ziel LReg

Bis 2030: nahezu Verdopplung der installierten Kapazität (5,4 GW → 10,5 GW). Großteil durch Repowering alter Anlagen.

Frage 4: Omegawetterlage als Problem?

LReg-Antwort: Nein. Omega-Wetterlagen sind kein strukturelles Problem für Windkraft, weil:

  • Je nach Lage der Omega-Wetterlage auch extreme Niederschläge möglich (z.B. Starkregenereignisse Mai/Juni 2018 NRW, Elbe-Hochwasser 2002)
  • Normale Klimavariabilität hat deutlich höheren Einfluss auf Ertragsschwankungen als Omega-Effekt
  • PV liefert bei Omega komplementär → Wind und Solar ergänzen sich sinnvoll
  • „Umgekehrt weht in der Regel der Wind, wenn die Sonne nicht scheint”

Einordnung

Die LReg hat die Blex-These vollständig entkräftet: Omega-Wetterlagen bedrohen Windkraft nicht strukturell, und der Systemansatz Wind+Solar deckt genau diese Lücken ab. Die Monatstabelle ist als Primärdatenquelle für den NRW-Windenergieausbau nutzbar.

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